Seine Werke verbinden zeitgenössische Figuration mit mythologischen Archetypen und einer klaren, körperlichen Bildsprache. Zwischen Verletzlichkeit und Macht, Liebe und Transformation entstehen Bilder, die nicht dekorieren, sondern berühren und herausfordern. Kunst als Ort der Begegnung – mit sich selbst und mit den großen Fragen menschlicher Existenz.
Cihuacóatl zeigt eine intime Begegnung zweier archetypischer Kräfte der mesoamerikanischen Mythologie. Links steht Yaocuauhtli, ein Adlerkrieger – Symbol für Mut, Opferbereitschaft und gemeinschaftliche Verantwortung. Rechts erscheint Cihuacóatl, die Schlangengöttin von Geburt, Tod und Transformation.
Ihr Kuss ist nicht romantisch, sondern rituell: ein Moment der Initiation, in dem Stärke auf Verletzlichkeit trifft. Der Krieger schließt die Augen und gibt die Kontrolle auf, während die Göttin bewusst blickt und Wissen sowie Übergang verkörpert. Die Zunge der Schlange wird zur Brücke zwischen den Welten und vereint Eros und Sterblichkeit.
Das Werk begreift Liebe als transformative Kraft und verweist auf die Notwendigkeit der Hingabe innerhalb der Zyklen von Leben, Tod und Erneuerung.
